7 Jahre Krieg in Syrien
Jugendliche erzählen ihre Geschichten

Anlässlich des 7. Jahrestages der Syrienkrise gibt World Vision 7 Jugendlichen die Möglichkeit, in die Rolle des Fotografen, Journalisten oder Filmemachers zu schlüpfen und mit Hilfe von 360°- Kameras ihre ganz eigenen Geschichten zu erzählen.

Das ist unsere Geschichte

In einem einwöchigen Workshop lernten die Jugendlichen die Grundlagen der 360°-Technologie kennen und wie sie damit ihre eigenen Filme produzieren können. Erzähler sind der Schauspieler Liam Cunningham, die Botschafterin der Vereinten Nationen Dr. Alaa Murabit und die ehemalige Leiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen und ehemalige Premierministerin von Neuseeland Helen Clark. Mit ihrer Unterstützung entstand dieses Virtual Reality-Video, das die Herausforderungen und die Dinge widerspiegelt, die den Jugendlichen Hoffnung geben.

Tabarak

Tabarak (16) hat seit dem Konflikt mehrere Schuljahre verpasst - mittlerweile kann sie wieder regelmäßig in die Schule im Camp gehen. Sie möchte gerne Journalistin werden. "Ich habe eine Nachricht an alle Schüler und Studenten: Gebt niemals eure Träume auf, egal in welcher Situation ihr gerade seid. Lest viel und arbeitet hart!" Tabaraks Film handelt von den Herausforderungen, denen sie und ihre Familie sich stellen mussten, als sie nach Jordanien kamen. "Am Anfang war es eine ganz neue Situation für uns - wir kannten so ein Leben nicht. Jetzt haben wir gelernt, damit umzugehen. Wir haben uns angepasst. Es ist unser neues Zuhause geworden."

Obada

Obada (15) liebt Fußball - für ihn war es klar, dass er "sein schönes Spiel" im Video zeigen wird. Obada erzählt, dass ihm Fußball nicht nur Freude macht, sondern ihm vor fünf Jahren auch geholfen hat, im Camp neue Leute kennen zu lernen. "Ich möchte den Menschen auf der ganzen Welt zeigen, dass wir trotz aller Schwierigkeiten im Flüchtlingscamp auch Fußball spielen können." Obada hofft, dass er eines Tages im syrischen Fußballteam der Nationalmannschaft spielt und ein professioneller Fotograf wird.

Najat

Najat (16) träumt davon, einmal einen gültigen Pass zu haben und auf der ganzen Welt herumzureisen. Sie möchte gerne Journalistin werden und so den Frieden fördern. "Ich möchte, dass sich die Menschen an mich erinnern, als jemanden, der anderen geholfen hat. Wir müssen uns gegenseitig mehr helfen." In Najats Video erzählt sie über ihre Liebe zum Theater: "Wenn ich auf der Bühne bin, fühle ich mich, als wäre ich in einer anderen Welt."

Yousef

Yousef (16) vermisst Syrien - aber er ist dankbar dafür, dass seine Familie wieder vereint sein kann. Vor fünf Jahren verließ er sein Zuhause und flüchtete ins Flüchtlingscamp Za'atari. In seinem Video zeigt er seinen Bruder Ali, der im Flüchtlingscamp einen Friseursalon für Herren eröffnet hat. "Ich wollte meinen Bruder Ali in meiner Geschichte zeigen, weil er im Camp mein ältester Bruder ist und er immer für mich da ist."

Nisreen

Nisreen (16) vermisst ihr altes Leben in Syrien. "Ich hätte gerne, dass Syrien genau so ist, wie es vor dem Krieg war und wir dort alle sicher leben könnten. Alles soll wieder so sein wie zuvor: die Häuser, die Geschäfte, Menschen können wieder in ihre Arbeit gehen, zu ihren Familien und zurück in ihr Land." Nisreen möchte gerne Journalistin werden, damit sie darüber berichten kann, wie das Leben im Camp wirklich ist.

Mahmoud

Mahmoud (15) kam 2012 mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern ins Flüchtlingscamp Za'atari. Er wäre gerne einmal Fotograf oder ein berühmter Sänger. Singen macht ihm Freude. Sein Lebensziel ist, Kindern in Not zu helfen. "Besonders den armen Kindern und den Menschen, die in Zeltsiedlungen leben müssen. Ich möchte allen Leuten auf der Welt sagen, dass sie besonders den Menschen in den Kriegszonen - wie Palästina oder Syrien - helfen sollen."

Marah

Marah (18) lebt seit 2013 im Flüchtlingszamp Za'atari. Sie ist verheiratet und ist Mutter des 5 Monate alten Omars. Marahs Traum wäre es, eine professionelle Fotografin oder Filmemacherin zu werden. "...wenn Menschen über Za'atari hören, denken sie, dass wir alle dreckige Flüchtlinge sind. Ich möchte der Welt beide Seiten zeigen. Meine Nachricht an alle junge Frauen in der Welt wäre, dass sie nicht aufhören sollen zu träumen."

Hintergrundinfos zu dem Projekt

Seit dem Kriegsausbruch sind 7 Jahre vergangen. 7 Jahre, in denen Kinder erwachsen geworden sind und nun ihren eigenen Weg bestreiten. Sie erinnern sich nur noch vage an ihre Heimat vor dem Krieg - ihre Heimat ist jetzt eine Zeltsiedlung in einer Umgebung, die sie nicht kennen. Irgendwann wollen sie zurückkehren - als Journalisten, als Fotografen oder als Filmemacher. Sie haben Visionen und möchten etwas verändern.

Durch das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem arabischen Nachrichtensender AlJazeera entstanden ist, haben die Jugendlichen eine Möglichkeit, selbst zu Wort zu kommen. Die Jugendlichen lernen moderne Techniken kennen und schlüpfen in neue Rollen und arbeiten an Geschichten, die für sie wichtig sind. In Zusammenarbeit mit ContrastVR sind kleine Videos entstanden, die bewegende Geschichten erzählen. Die 360°-Technologie ermöglicht einen umfassenden und interaktiven Blick ins Geschehen. Die Geschichten werden greifbar, die Jugendlichen können ihre ganz eigene Sichtweise der Dinge darstellen. World Vision und AlJazeera haben sieben Jugendliche ausgewählt, deren Berufswünsche im Bereich Journalismus liegen. Die Geschichten handeln von verschiedenen Themen - von Menschen, zu denen sie aufblicken, von Hobbys und von ihrem Leben im Camp. 

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