Frühkindliche Bildungszentren im Libanon
Ahmeds Schulalltag

Eine kleine Aufforderung von Lehrerin Jessica genügt und Ahmed, 7 Jahre alt, zählt vor der ganzen Klasse die Tage der Woche, die Jahreszeiten und die Zahlen von 1 bis 10 auf – in Englisch und Arabisch. Er spricht laut und ist stolz dabei.

Ahmed liebt die Zeichenstunde im Bildungszentrum

Ahmed freut sich auf die Zeichenstunde: „Heute lernen wir über den Herbst, das ist die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter, in der es nicht zu kalt und nicht zu heißt ist – das perfekte Wetter.“

Ahmeds emotionalen und sozialen Fähigkeiten zeigen große Fortschritte

Tracy Khalaf, Leiterin der Einrichtung: "Als er das erste Mal zu uns kam, waren ihm seine Verbrennungen am rechten Arm unangenehm, er versuchte seinen Arm zu verstecken, wollte keinen Stift halten. Mittlerweile ist sehr selbstbewusst, er zeichnet, schreibt und hat keine Angst mehr."

Ahmeds Kindheit ist gezeichnet von der Syrien Krise

„Bevor ich in die Schule gekommen bin, verbrachte ich meine Zeit mit meinen Geschwistern. Wir waren nur Zuhause und auf die Dauer wurde es immer langweiliger“, sagt Ahmed. „Im Bildungszentrum kann ich neue Freunde kennenlernen, lerne neue Wörter, spiele mit Bauklötzen, esse Käse-Sandwiches und male Bilder.“

Ahmeds Familie kam Ende 2011 nach Bekaa. Die Familie verließ damals ihre Heimat Aleppo, wo zwei Geschwister in die Schule gingen und Ahmeds Vater eine Arbeit hatte. Ahmed war für die Schule noch zu jung – in der Zeltsiedlung im Libanon geht er zum ersten Mal in eine richtige Schule.

Seit Jänner 2017 ist er Mitglied im Haus der Freundschaft. Zuvor besuchten World Vision-Mitarbeiter seine Familie zu Hause und erklärten Ahmeds Eltern das Konzept der kostenlosen Bildungseinrichtung. „Unser Programm richtet sich an die Not leidensten Kinder in den Zeltsiedlungen“, sagt Tracy Khalaf, Leiterin der Einrichtung in der Bekaa-Ebene. „Diese Kinder brauchen uns. Sie leben in kleinen Zelten und haben keine Möglichkeit, ihren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen - ihre Kindheit auszuleben."

Ahmed kann wieder Kind sein

Von Montag bis Freitag besucht Ahmed nun regelmäßig von 9 bis 12 Uhr die Bildungseinrichtung Dar el Sadaka, das Haus der Freundschaft. Er lernt die Grundlagen im Lesen und Rechnen – die Kinder lernen zum Beispiel die verschiedensten Tiere kennen, sie lernen die Jahreszeiten, Zahlen, Tage der Woche, die Monate und die Pflanzen. In den Kindergruppen malen sie Bilder, spielen gemeinsam Spiele und schließen Freundschaften. Täglich werden die Kinder mit Snacks und frischem Trinkwasser versorgt.

„Meine Lieblingsfarbe ist Grün, wie die Bäume. Meine zwei besten Freunde sind Maysa und Abdel Hadi und ich weiß auch schon, was ich später einmal werden möchte: ein Mechaniker – wie mein älterer Bruder“, erzählt Ahmed.

Die Kinder erhalten Snacks und Trinkwasser während der Schulzeit.

Letztes Jahr passierte dann das Unglück: Ahmed spielte mit seiner kleinen Schwester Nouri, sie rannten herum. Ahmed rutschte aus, riss dabei eine heiße Teekanne zu Boden und fügte sich damit schwere Verbrennungen am rechten Arm zu. Seine Eltern konnten sich keine ausreichende medizinische Versorgung leisten und brachten ihn nur zu einer nahen Apotheke, die ihn erstversorgte. Seine Verbrennungen werden ihn immer an diesen Moment erinnern.

Mit der psychologischen Unterstützung, die Ahmed in Dar el Sadaka erhält, konnte er seine traumatischen Erlebnisse verarbeiten und muss sich nicht mehr verstecken. Tracy Khalaf: "Als er das erste Mal zu uns kam, waren ihm seine Verbrennungen am rechten Arm unangenehm, er versuchte seinen Arm zu verstecken, wollte keinen Stift halten. Mittlerweile ist sehr selbstbewusst, er zeichnet, schreibt und hat keine Angst mehr."

Ahmeds Verbrennungen erinnern ihn an das Unglück.

„Ich wünsche mir, dass Ahmed gesund und glücklich aufwachsen kann, zur Universität geht und vielleicht irgendwann ein Arzt wird, warum auch nicht? Sogar in unserem kleinen Zelt ist Platz für große Träume!“, sagt Ahmeds Vater, Wehbe. 

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