Unsere Geschichte

Im Jahr 1950 wurde World Vision gegründet. Über 65 Jahre später ist die Hilfsorganisation in fast 100 Ländern der Erde aktiv. 2015 hat unsere Arbeit das Leben von 41 Millionen Kindern nachhaltig verbessert.


1947 besuchte der amerikanische Missionar und spätere Kriegskorrespondent Bob Pierce die Missionsschule auf der chinesischen Insel Xiamen. Beim Abschied hatte die Leiterin ein völlig erschöpftes Mädchen auf dem Arm, das Zuflucht vor den Misshandlungen ihres Vaters gesucht hatte. Sie drückte Bob Pierce die Kleine in den Arm mit den Worten: „Was kannst du für das Mädchen tun? Ich teile meine Reisschüssel schon mit sechs anderen Kindern“. „Ich habe noch fünf Dollar“, sagte Pierce, sichtlich überrascht – und zutiefst bewegt. „Das reicht fürs Erste“, entgegnete sie. „Damit kaufe ich für das Mädchen ein neues Kleid, etwas Reis und Stifte für die Schule. Sie kann in der Küche schlafen. Ich verspreche dir, dass ich für sie sorgen werde, wenn du mir jeden Monat fünf Dollar für sie schickst, sobald du wieder zu Hause bist.“ Das Mädchen hieß „Weiße Jade“. Die monatlichen fünf Dollar legten den Grundstein für World Vision, der Organisation, die Bob Pierce drei Jahre später, am 22. September 1950, gründen sollte.

1954, wenige Monate nach Ende des Koreakrieges, wurde das erste World Vision-Büro in einem Entwicklungsland gegründet. Ziel war die Versorgung koreanischer Kriegswaisen. Das erste so genannte Unterstützungsbüro hatte damals seinen Sitz in Portland/USA. In der Folgezeit wuchs World Vision schnell und weitete seine Arbeit aus. Natürlich hat sich die inhaltliche Arbeit über die Jahre hinweg stark verändert. Aus der 5-Dollar-Hilfe für ein einzelnes Kind ist heute die Hilfe durch Regionalentwicklungsprogramme geworden, die nicht allein den Kindern, sondern auch ihren Familien und dem gesamten Umfeld zugutekommt.

Heute betreut World Vision weltweit über 1.600 Regionalentwicklungsprogramme und ist in fast 100 Ländern der Erde aktiv. 3,3 Millionen Kinder profitieren derzeit von World-Vision-Patenschaften. Insgesamt hat unsere Arbeit im Jahr 2015 die Lebensbedingungen von 41 Millionen Kindern nachhaltig verbessert. Im selben Jahr leisteten unsere Nothilfe-Teams bei 137 humanitären Katastrophen oft lebensrettende Soforthilfe.

Worum ging es beim World Vision-Skandal?

Manchmal kommt es noch immer vor, dass der Name „World Vision“ mit einem Spendenskandal in Verbindung gebracht wird. Dazu folgende Richtigstellung:

1979 wurde die Organisation „World Vision Österreich – Christliches Hilfswerk“ in Österreich gegründet. 1998 wurden finanzielle Ungereimtheiten entdeckt, die in der Folge von Mitgliedern der österreichischen Organisation gemeinsam mit der internen Revision von World Vision International aufgedeckt und zur Anzeige gebracht wurden. Aufgrund dieser Vorgänge wurde „World Vision Österreich – Christliches Hilfswerk“ aus der internationalen Partnerschaft ausgeschlossen. Die damalige Geschäftsführerin, Frau Krones-Taurer, wurde strafrechtlich verurteilt. Ein Teil der veruntreuten Gelder war über die Organisation Paneuropa in den Europa-Wahlkampf von Karl Habsburg geflossen. Er selbst war nicht in die Angelegenheit verstrickt, das Geld wurde an World Vision Österreich rückerstattet.

Unmittelbare Konsequenz dieser Vorfälle war, dass World Vision in Österreich nicht mehr vertreten war. Engagierte PatInnen und Mitglieder des ehemaligen Partners wollten die Hilfsprojekte und ihre Patenkinder aber nicht im Stich lassen. Um die Idee von World Vision weiterzutragen, gründeten sie im Dezember 1998 den neuen österreichischen Verein „World Vision Österreich – Verein für Entwicklungszusammenarbeit und Völkerverständigung“ (kurz: World Vision Österreich). Seit Mitte 1999 ist World Vision Österreich neuer österreichischer Partner der internationalen Hilfsorganisation. Der neu gegründete Verein steht also in keinem Zusammenhang mit der früher unter dem Namen "World Vision – Christliches Hilfswerk" auftretenden Organisation und war auch nicht in den Prozess involviert.

World Vision Österreich legt größten Wert auf Transparenz und Kontrolle. Unabhängige Wirtschaftsprüfer kontrollieren die finanzielle Gebarung des Vereins, die Zahlen werden in unserem Jahresbericht veröffentlicht, den Sie in unserem Download-Bereich finden oder bei uns in Papierform bestellen können. Seit 2001 führt World Vision Österreich das Österreichische Spendengütesiegel. Es bestätigt eine sparsame Haushaltsführung sowie eine transparente und ordnungsgemäße Verwendung der Spenden. Das Spendengütesiegel wird von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder nach eingehender Kontrolle durch einen unabhängigen Prüfer jeweils für ein Jahr verliehen.