Lebensbrot Lebkuchen
Gedanken zum 2. Advent

Die Adventszeit ist nicht nur die Zeit der Vorfreude auf Weihnachten, sondern auch eine Zeit der Besinnung. In unserem Beitrag thematisieren wir dieses Mal den Lebkuchen, das traditionelle "Brot des Lebens", dem in der Adventszeit eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird - nicht nur, weil der Lebkuchen ein geschmacklicher Hochgenuss ist.

Hungernde Kinder in Ostafrika

Mehr als 15 Millionen Kinder in Ostafrika brauchen dringend Unterstützung. 1 Million Kinder sind so stark unterernährt, dass sie ohne Hilfe sterben könnten. Und es besteht die Gefahr, dass ohne Unterstützung bis Ende des Jahres weitere 6,9 Millionen Kinder unter 5 Jahren sowie Schwangere und stillende Frauen akut unterernährt sein werden.

In der Advents- und Weihnachtszeit genießen wir die Düfte von Gewürzen, den Schein der Kerzen und die Klänge von Musik.

Wir räumen Bildern und Symbolen mehr Platz ein als zu anderen Zeiten unseres Lebens. Wir leben sinnlicher als sonst. Und das ist gut, denn ohne unsere Sinne ist es viel schwerer, den Sinn des Lebens zu finden. Wenn wir mit unseren Augen das Licht des Morgens begrüßen und den, der uns an diesem Morgen aufgeweckt hat, dann ist das Sinn. Wenn wir uns etwas zu essen zubereiten, mit den Händen die raue Schale einer Frucht berühren, dann ist das Sinn. Der erste Schluck Kaffee am Morgen, das Wort, das wir hören. Die Sinne verbinden uns mit der Welt und mit unserem Inneren. Mit den Erfahrungen unseres Lebens, die abgerufen werden, wenn ein äußerer Sinneseindruck auf uns einwirkt.

Ganz intensiv ist das so beim Weihnachtsduft. Es riecht nach Gewürzen, und mit dem Geruch kommen Erinnerungen an gute und schlechte Weihnachtszeiten, an Zeiten der Entbehrung und an Zeiten der Geborgenheit, des Staunens und der Freude als Kind. Der Duft dieser Erinnerungen ist eingebacken im Lebkuchen. So sind sie nicht nur Leckerei, sondern sollen auch erinnern an die schönen Momente. Sie enthalten viele Gewürze, die gut tun und gut sind für die Gesundheit.

Lebkuchen wurden früher in den Klöstern zur Adventszeit an die Armen und Bedürftigen verschenkt. Sie waren nicht immer süße Leckerbissen. Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes Lebenskuchen. Sie sollten in der kalten Zeit helfen zu leben, ja zu überleben. So war eingebacken an Gewürzen, was das Herz stärkt, den Atem frei hält, den Lebensgeist stärkt. So buken die Nonnen und Mönche Lebensbrote für die, denen das Leben im Winter besonders karg und bitter war. Für die Schwachen, die Alten, die Kinder.

(Quelle: Ursula Trippel: Lebensbrot Lebkuchen. Evangelische Kirche Hessen und Nassau; Frankfurt am Main, 2008)

Unser „Brot des Lebens“ verteilen wir derzeit zum Beispiel in Form von überlebenswichtiger Nahrungsmittelhilfe an die hungernden Menschen in OstafrikaAber auch wenn ihre größte Not erst einmal gelindert ist, lassen wir sie nicht im Stich. Denn Hilfe zur Selbsthilfe ist ein zentrales Anliegen unserer Arbeit. Wir wollen die Menschen befähigen, wieder neue Perspektiven zu entwickeln. Letztendlich geht es darum, die eigene Zukunft – unabhängig von World Vision –  zu gestalten.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine sinn- und perspektivenreiche Adventwoche!